postheadericon Rolleicord Vb

rolleicord vbFrühlingszeit ist bei mir derzeit analoge Zeit und zwar im Mittelformat. D.h. es werden altmodische Negative produziert, die dann mittels Scanner digitalisiert werden. Klingt komisch? Ist aber so! Warum dieser Aufwand? Es macht einfach Spaß mit den alten Schätzchen ganz in Ruhe das Bild auf der Mattscheibe zu komponieren, den Auslöser zu drücken, um danach manuell den Film weiterzudrehen und den Auslöser erneut zu spannen. Mal von der Vorfreude beim Warten auf die Entwicklung der Filme ganz abgesehen.
Die Mittelformat-Negative sind die Wucht. 6x6cm, Auflösungsreserve ohne Ende und jeder Film hat seine eigene Charakteristik und zwar ohne pseudo “Alterungsfilter” und “Mach-Alt-Apps”.

 

 

Die Rollei

mittelformat-3Die Rolleicord Vb wurde von der Firma Rollei in zwei Typen von 1966 bis 1977 gebaut. Sie war die “günstige” Alternative zu den Rolleiflex-Modellen, ohne Kurbel, Belichtungsmesser, …

Da ich heute nicht meinen Lebensunterhalt mit der Kamera verdienen muss reicht mir das Günstig-Modell völlig aus, zumal ich Belichtungsmessern von damals sowieso nicht mehr vertrauen würde. Zur Lichtmessung verwende ich einen schön kleinen und handlichen Gossen Digisix 2.

Die Filmpackung aufreissen, den Geruch neuen Filmmaterials genießen, das Gehäuse öffnen und in aller Ruhe den neuen Film einlegen hat schon etwas therapeutisches an sich. Es macht einfach Spaß und das Wissen, dass man mit 120er Rollfilm und der Rolleicord ganze 12 Bilder belichten kann, bis er voll ist schärft beim Fotografieren unglaublich den Blick auf das Wesentliche. Rudelknipsen geht damit einfach nicht, man muss das Hirn einschalten bevor man den Auslöser drückt. Bei der digitalen Fotografie wird das Motiv allzu oft nach dem Auslösen gewählt, frei nach dem Motto: “Halt drauf, irgendetwas wird schon bei sein.”

Mit der Rolleicord und den Einschränkungen des Films ist man bei der Motivauswahl zwangsläufig sorgfältig. Hat man mit dem Belichtungsmesser die nötigen Einstellungen ermittelt, stellt sich die Frage nach einer Belichtungsreihe. Die nebenstehenden Bilder sind erst normal (unten), dann um eine Stufe unter (mitte) und eine Stufe überbelichtet (oben) aufgenommen. Man sieht gut, dass das “unterbelichtete” Bild das knackigste geworden ist, d.h. trotz vorheriger, sorgfältiger Lichtmessung hat sich die Belichtungsreihe gelohnt, ein mitunter notwendiger Luxus, der die 12 Aufnahmen eines 120er Rollfilms quasi auf 4 reduziert. Aber im Vergleich zum 1 Bild Großformat ist das natürlich immer noch unglaublicher Luxus. Leider sieht man hier auch schonungslos mein Hang zum leichten Kippen der Kamera – oder der Film war schief (und die Sensoren in meinen Digitalkameras sind auch immer irgendwie nicht gerade …).

In einem meiner nächsten Beiträge werde ich auf jeden Fall mal etwas über den kommenden Selbstversuch schreiben, die SW-Filme direkt zu Hause zu entwicklen – man darf auch gespannt darauf sein, was die beste Ehefrau der Welt dazu sagen wird. Derzeit geben ich meine Filme nämlich noch zum Entwicklen ab, “darf” mich ein paar Tage vorfreuen, um dann zu sehen, was ich falsch oder gar richtig gemacht habe. Kleiner Tipp: Beim Fotografieren die wichtigsten Parameter aufschreiben, damit man hinterher weiss, was (nicht) geklappt hat!

 

Mechanisch Schön

Neulich auf dem Dorfanger …

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Auf diesem Bild sieht man durch das obere Objektiv über den Spiegel durch die Mattscheibe den Himmel, es lassen sich sogar die Wolken erahnen!

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Der Blick von oben in den Lichtschacht ist einfach super. In der Mitte erkennt man die Schnittbilder zur Scharfeinstellung.

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Ja ich weiss, immer noch kein anständiger Scanner für die Negative … ein Epson Perfection V600 Photo ist aber bestellt und sollte in den nächsten Tagen eintreffen, man darf gespannt sein.

 

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