postheadericon Fujifilm X-T1

fuji x-t1Sie ist da, die neue Fuji X-T1! Heute konnte ich sie bei Calumet in Berlin abholen und da Fuji so nett war den Akku mit halber Ladung auszuliefern durfte sie auch gleich mit auf den Familienausflug in den Eberswalder Zoo. D.h. hier gibt es jetzt ersteinmal einen Erfahrungsbericht zu den ersten Eindrücken der Kamera und dem Kit-Objektiv (18-55mm).

Das ganze ist natürlich in keinster Weise vollständig oder gar umfassend und objektiv ja sowieso nicht. Also schau’n wir mal was geht:
Ich, heute früh rein in den Laden und zur freundlichen Dame hinter dem Tresen: “Ich hätte gern eine X-T1 <nettes Lächeln>”. Sie so: “Kein Problem, in drei Wochen <belustigtes Lächeln>” und ich so: “Habe vorbestellt … <breites Grinsen>”.  Ja und 10 Sekunden später stand sie dann auch schon vor mir.

Die Motivation

Warum überhaupt? Gute Frage! Mein Arbeitstier ist derzeit eine Nikon D800 und so sehr ich mit den Bildergebnissen auch zufrieden bin, so sehr ist sie auch eine Diva und auch nicht gerade leicht und handlich. Seit einiger Zeit habe ich schon eine Fuji X100s (APS-C Sensor) , von deren Qualität ich echt überzeugt bin, einzig, sie kann keine Wechselobjektive. Die X-T1 soll dieses Manko nun ausmerzen und die X100s ersetzen (ja, wird demnächst verkauft).
Übrigens bin ich überzeugt, dass kleinere Sensorformate gegenüber Vollformat durchaus auch Vorteile haben können. Die 36 MP der D800 gängeln einen bei jedem noch so kleinen Fehler, den man beim Fotografieren macht. Das soll natürlich nicht heissen, dass man mit weniger Megapixeln und kleinerem Sensor herumschlampen kann/soll, aber die Ausschußrate sinkt doch deutlich und die 16 MP der X-T1 reichen mir für Prints in A0 Größe allemal. Wie groß die Nachteile, z.B. beim Portrait-Freistellen eines Motives sind, weiss ich ja bereits durch die X100s und die D800 liegt ja weiterhin in Griffreichweite.

Bedienung / Haptik / Monitore

Natürlich habe ich das Handbuch ersteinmal schön im Karton gelassen und die Kamera out of the box ausprobiert und ich muss sagen, dass war auch kein Problem. Die Kontrollen sind klar und übersichtlich, wer schon einmal mit Nikon oder Canon fotografiert hat sollte keine Einstiegsschwierigkeiten haben. Auch Besonderheiten wie Filmtypen oder Panoramas bekommt man mit ein bisschen Ausprobieren gut hin. Leider war der Akku alle, bevor ich die WLan Features ausprobieren konnte, das gibts dann in einem der folgenden Posts.
Ansonsten gilt: Bedienung Top, Haptik Top und die Monitore sind eine Wucht. Es gab Zeiten, da habe ich doch glatt vergessen, dass ich durch einen elektronischen Viewfinder schaue, so gut ist das Bild. Meine Pranken sind nicht allzu groß und die Kamera liegt gut in der Hand. Der kleine Finger hat gerade so noch eine kleine Ablagefläche am unteren Rand des Gehäuses. Mit dem Hochformatgriff oder einer kleinen Grifferweiterung werden sicher auch große Hände bestens bedient.

Das Kit-Objektiv

Vom Fujinon XF 18-55mm, 1:2,8-4.0 LM OIS bin ich noch nicht überzeugt. Es lag heute bei meinen Tests das eine oder andere mal mit dem Schärfepunkt daneben (evtl. leichter Backfokus bei 55mm) und die Qualität der Schärfe bei Offenblende ist auch nur “nett” (wir alle wissen natürlich, dass “nett” die kleine Schwester von “Sch….” ist). Der unscharfe Bereich im Hintergrund einiger der Bilder weiter unten wirkt auf mich ziemlich unruhig, hier mag ich besseres von Nikon gewohnt sein, wobei ich da allerdings nie eine Kit-Linse am Gehäuse hatte. Das mag Jammern auf hohem Niveau sein und z.B. im Reisealltag würde ich das Zoom auch verwenden, aber ich liebäugel ja sowieso mit den Festbrennweiten XF 23mm und XF 56mm und bin gespannt, wie die Karten damit gemischt werden.

Fragen an Fuji

Bereits in den ersten Stunden drängen sich mir drei Fragen zur Kamera auf (Kleinigkeiten, aber wir wollen sie nicht unerwähnt lassen):

1. Akku
Warum um alles in der Welt hat die Kamera einen Akku bekommen, der nur ca. 300-350 Aufnahmen schafft? Meine D800 macht locker 1.200 Aufnahmen mit einer Akkuladung, d.h. wenn ich unterwegs bin, z.B. auf einem Outdoor-Shooting oder einer Hochzeit, muss ich die vierfache Anzahl Akkus mitnehmen!

2. Akkufach-Verriegellung
Wieso schnappt das Akkufach nicht automatisch ein, wenn man es zudrückt. Stattdessen muss man mit dem Finger einen Schieber in die richtige Position bringen, damit die Klappe geschlossen bleibt.

3. Klappen
Die Kamera ist wirklich hochwertig verarbeitet und die Haptik ist 1A, aber wieso müssen die beiden Klappen rechts und links (Speicherkarte und Anschlüsse) sich anfühlen wie billigstes Plastik? War dafür die Abteilung “Einweg – Billig – Wegwerf” zuständig oder freut ihr euch schon auf die Reparaturanfragen?

Ok, genug gemeckert, keiner der Punkte ist kriegsentscheidend. Derartige “Kleinigkeiten” fallen halt auf, wenn alles andere so perfekt erscheint.

Ein paar Foto-Impressionen …

Alle folgenden Bilder sind heute im Zoo von Eberswalde entstanden, direkt aus der Hand fotografiert, ohne Stativ und vor allem ohne einen Blick ins Handbuch geworfen zu haben :-)

x-t1-1Der berüchtigte Moire-Uhu …

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x-t1-4Guter Dynamikumfang. In Lightroom kann man in allen dunklen Stellen des Bildes noch Zeichnung erkennen!

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x-t1-7Die Pinguine mussten für den Speed-Test herhalten. Autofokus auf sich schnell bewegende Taucher, durch eine dicke Glasscheibe durch. Hat gut geklappt, auch wenn die kleinen sich echt Mühe gegeben haben nicht still zu halten.

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x-t1-8Die Entendame wollte auch einen Geschwindigkeitstest durchführen …

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2 Responses to “Fujifilm X-T1”

  • Hi.
    Hätte mal eine Frage.
    Hab sie mir auch geholt.
    Komplett auf das X-System umgestiegen.
    Habe den Eindruck, dass die Kamera einen schlechteren Dynamikumfang hat, als die anderen Modelle. (z. B X-E2)
    Oder täusche ich mich?
    Ich finde bei JPEG out of Cam überzeichnen helle Stellen sehr oft.
    In RAW kann man allerdings viel herausholen.
    Ist die jpeg-Engine noch nicht ganz ausgereift?
    Kannst du gleichen Erfahrungen machen?
    Vielleicht stimmt der Belichtungsmesser meiner Cam nicht?
    Habe sie erst 4 Tage..
    Wie gesagt meine ersten eindrücke.
    Übrigens…Respekt…tolle Aufnahmen.#
    Gruß Matthias

    • admin:

      Hallo Matthias,
      ich würde sagen, bisher sind mir zwei Schwächen aufgefallen:

          Panoramafunktion ist schlechter als bei meinem iPhone, was nicht so schlimm ist, da ich eh Panoramen am Rechner erst zusammensetze. Aber das hat schon bei der X100s nicht gut geklappt und ist auf keinen Fall besser geworden, eher noch schlechter.
          Ja, das mit den JPEGs ist mir auch aufgefallen, schau mal hier: http://sommer-schulz.de/2014/03/22/low-tech/ kaum Reserven in den hellen Stellen, brennen sehr schnell aus (ok, ich habs auch ein bisschen übertrieben, aber mit meiner D800 darf ich das nicht vergleichen). Ich habe das bisher auf die JPEG-Engine geschoben, mit RAW-Files aus der Kamera habe ich mich noch nicht beschäftigt, da warte ich brennend auf ein Lightroom-Update von Adobe.

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