postheadericon Infrarot

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Der Reiz des Ungewöhnlichen – Infrarotaufnahmen sind eine Welt für sich. Nicht nur, dass man ständig Dinge in Bildern entdeckt, die es in normalen Farbbildern nicht zu geben scheint, auch die Nachbearbeitung zeigt Möglichkeiten auf, die ansonsten gar nicht oder nur mit sehr großem Aufwand machbar wären.

Nachdem nun die neue Nikon da ist war es natürlich nur eine Frage der Zeit ihre Infrarot-Fähigkeiten zu testen. Als Fazit vorweg kann gesagt werden: Mit der IR-Tauglichkeit ist es leider nicht weit her. Nikon hat gute Arbeit mit dem IR-Sperrfilter in der Kamera geleistet (was im Normalbetrieb ja auch sehr gut ist). Natürlich kann man trotzdem IR-Aufnahmen mit der D800 machen, was man bei den hier gezeigten Beispielen ja auch ganz gut sehen kann.

 

Zwei Einschränkungen gibt es allerdings, die  für IR-Puristen ägerlich sein dürften: Die Güte des Sperrfilters bedingt sehr lange Belichtungszeiten, da nur sehr wenige IR-Strahlen auf den Sensor treffen, d.h. bewegte Motive fallen komplett aus und der Live-View der Kamera, sowie der Autofokus sind auch nicht wirklich zu benutzen. Da bei Infrarotstrahlung der Fokuspunkt etwas anders ist als bei sichtbarem Licht muss man hier evtl. herumprobieren um optimale Ergebnisse zu erzielen. In den guten alten Tagen der Fotografie hatten Festbrennweiten übrigens meistens eine extra Markierung zur Scharfstellung auf “unendlich”. Bei meinen aktuellen Nikkoren ist davon leider nichts mehr zu finden.

 

Infrarot – Schwarz/Weiß

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Der Wood-Effekt ist schön zu sehen. Er beschreibt die hellen Blätterfarben (bis hin zu weiss) bei IR-Aufnahmen. Vorsicht Klugscheißermodus: Der Effekt heisst übrigens nicht deswegen Wood, weil es um Bäume geht, sondern weil sein Entdecker Robert Williams Wood war.

 

Infrarot – mit Farbinformationen

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Welche Farbe hat Infrarot-Licht? Gar keine! Der Name suggeriert zwar den Farbton Rot, aber letztendlich handelt es sich bloss um einen Wellenlängenbereich der zum sichtbaren Rot benachbart ist (>700nm). Nun sind Infrarotfotos aber nicht nur schwarz/weiss (oder besser dunkel/hell), sondern die Raws und Jpegs, die aus den Kameras kommen sind i.d.R. tief rot. Das liegt daran, dass die Filter theoretisch alles Licht unterhalb einer bestimmten Wellenlänge sperren sollten, in der Praxis kommt aber immer noch genug davon durch um dem Weissabgleich der Kamera ein knallig rotes Bild einzureden. Hier ist dann der manuelle Abgleich, bzw. die sinnvolle Nachbearbeitung gefragt. Nutzt man Methoden wie Channel-Switching und tauscht nachträglich den Rotkanal gegen eine andere Farbe aus, lassen sich sogar ein blauer Himmel und andere Farbspielereien realisieren.

 

Schwarz / Weiss

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Eigentlich war und bin ich ein Fan von SW-Fotografie. Dieses Bild ist mit Hilfe der kamerainternen SW-Funktion entstanden. Gegen das Infrarotbild sieht es fast langweilig aus …

 

Original

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Und zum Vergleich das ganze noch einmal bunt ausgemalt.

 

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